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Faithful Paws Labrador Retriever

Gesundheit des Labrador

Der LCD konzentriert sich laut seiner Satzung auf die Reinzucht des rassetypischen, gesunden Labrador Retrievers nach dem bei der FCI hinterlegten Standard. Der Labrador ist ein robuster, witterungsunempfindlicher Jagdhund, der in seiner Haltung als unkompliziert eingestuft werden kann. Obwohl er nicht zu den besonders anfälligen Hunderassen zählt, ist der Labrador auch nicht frei von erblichen Krankheiten.

Skeletterkrankungen

Skeletterkrankungen:

 

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) und die Ellenbogendysplasie (ED) zählen zu den Krankheiten, die als erblich eingestuft werden, deren Schweregrad aber durch Haltung und Fütterung beeinflusst werden kann. Ein Welpe und Junghund sollte nur seinem Entwicklungsstand angemessen bewegt und gefüttert werden. Übertreibungen jeglicher Art sollten vermieden werden. Hunde mit mittlerem oder schweren Grad einer Dysplasie sind im LCD nicht zur Zucht zugelassen.

Wieviel Bewegung braucht unser Retriever-Welpe?

Wieviel Bewegung braucht unser Retriever-Welpe?

 

Ausgehend vom Urahnen Wolf sollte man sich vor Augen halten, dass der Junghund erst etwa im Alter von 8 bis 9 Monaten beginnt, das Rudel auf größeren Streifzügen zu begleiten. Bis dahin besteht der Tagesablauf aus kurzen Bewegungsintervallen mit größeren Schlaf- und Ruhepausen.

 

Unsere Welpen hingegen werden (ganz anders als der Wolf) mit hochkalorischem (sehr energiereichem) Futter ernährt und geraten daher oft in einen erheblichen Energieüberschuss und Bewegungsdrang, den der Besitzer nur mit ausgiebigen Spaziergängen zu befriedigen können glaubt. Dies führt in einen Teufelskreis, da der Junghund durch viel Bewegung natürlich immer bessere Kondition erhält, sprich, immer längere Spaziergänge benötigt, damit er endlich mal müde ist.

 

Es gibt tatsächlich Hundebesitzer, die mit einem 6 Monate alten, 30 kg schweren Junghund täglich 3 Mal eine Stunde spazieren gehen und zusätzlich eine Stunde „Spielgruppe“ erlauben (damit sich der Kleine auch ordentlich sozialisiert).

 

Die Kombination „gute“ Fütterung (häufig gleichzusetzen mit Übergewicht) und viel zu starke körperliche Beanspruchung sind allerdings – natürlich neben einer genetischen Disposition – mit ein Grund dafür, dass sich bei großwüchsigen Rassen in diesem Alter degenerative Gelenksprobleme (HD/ED/OCD) entwickeln können, die dem Hund u. U. ein Leben lang Probleme bescheren.

 

Hier das richtige Maß zu finden, stellt für viele Besitzer ein großes Problem dar. Natürlich gibt es auch keine Pauschalregeln wie 5, 15 oder 30 Minuten. Schon gar nicht kann man auf den Hund hören nach dem Motto „der weiß schon, wann er genug hat…“; denn die meisten Welpen werden durch ihren Spieltrieb, ihr Temperament u. a. dazu getrieben, sich weit über ihre eigentliche Belastungsgrenze hinaus anzustrengen.

 

In jedem Falle gilt aber, dass man einen Hund (großwüchsiger Rassen mit Tendenz zu Gelenksproblemen) bis zu 12 Monaten eigentlich nicht zu wenig, sondern nur zu viel bewegen kann.

 

Den Einwand, ein Welpe müsste sich schließlich sozialisieren und hierfür wären ausgiebige Welpenspielstunden geradezu ideal, kann man mit Blick auf die Entwicklungsphasen eines Welpen getrost vergessen, da sich in puncto Sozialisierung nach der 16. Woche nicht mehr viel tut. Das Einschränken dieser auf Hundeplätzen weit verbreiteten „Tobe-Orgien“ muss auch nicht bedeuten, dem Junghund jeglichen Kontakt mit anderen Hunden zu verbieten. Allerdings sollte dieser dosiert und durchdacht erfolgen und nicht hauptsächlich dazu dienen, dass Herrchen und Frauchen in Ruhe den neuesten Klatsch austauschen können.

 

Umfangreiche wissenschaftliche Studien zum Thema HD/ED haben gezeigt, dass man bei genetisch schlecht veranlagten Hunden durch strikte Bewegungseinschränkung in Kombination mit entsprechender Fütterung die Entwicklung von Gelenksproblemen verhindern oder zumindest stark reduzieren kann.

 

KURZ: Die meisten Welpen großwüchsiger Rassen werden von ihren Besitzern im 1. Lebensjahr in puncto Bewegung unwissentlich massiv überbeansprucht. Ich persönlich halte einen 20-minütigen, flotten Spaziergang im ersten Lebensjahr schon eher für lang.

 

Dr. med. vet. Susanne Wisniewski
Kleintierklinik in Iffezheim
An der Rennbahn 16a
76473 Iffezheim

Erbliche Augenerkrankungen

Erbliche Augenerkrankungen

 

Erbliche Augenerkrankungen beim Labrador Retriever (Helena Niehof-Oellers)
Beim Labrador Retriever kommen verschiedene Augenerkrankungen mehr oder weniger häufig vor. Sie können je nach Art der Veränderungen einen gewissen Leidensdruck hervorrufen oder überhaupt keine Beeinträchtigung bedingen.
Für zwei Veränderungen stehen bereits DNA-Tests zur Verfügung, so dass diese in einigen Generationen ausgestorben sein könnten.
Ursache für die klinische Manifestation einer Augenerkrankung kann neben Erblichkeit auch eine Vergiftung, Infektion, Verletzung, eine Stoffwechselerkrankung, Diabetes, ein Vitamindefizit oder Trauma sein. Da die Beurteilung einer Abweichung als erblich nicht nur den betroffenen Hund sondern auch seine Familie (Vorfahren und Nachkommen) betrifft, ist eine korrekte Diagnose von äußerster Wichtigkeit.

 

Katarakt
Die Bezeichnung Katarakt wird für jegliche Art einer Trübung der Linse gebraucht, egal wie umfangreich sie ist, wo sie sich befindet oder welche Ursache sie hat. Nur wenige davon sind erblich. Die Linse erscheint gräulich oder milchig, besonders abends, wenn die Pupillen weiter geöffnet sind. ¬
Es gibt viele verschiedene Formen von Linsentrübungen, von denen nur einige erblich sind. Generell kann man sagen, dass die meisten erblichen Katarakte bei der Geburt nicht vorhanden sind, aber früh, meistens vor dem zweiten Lebensjahr auftreten. Viele erworbene Katarakte treten später auf und die meisten angeborenen Katarakte sind nicht erblich.
Beim Labrador Retriever tritt die Katarakt in aller Regel, aber nicht zwingend, beidseitig auf. Der häufigste Katarakt-Typ beim Retriever ist der nicht fortschreitende sogenannte hintere Pol-Star ohne Beeinträchtigung der Sehkraft. Die Trübung am hinteren Pol der Linse hat in aller Regel die annähernd dreieckige Form (wie ein Mercedesstern). Extrem selten kommt die fortschreitende Form mit vollständiger Blindheit im Alter von ca. eineinhalb Jahren vor. Gelegentlich tritt die Trübung aber auch erst sehr viel später auf.
Die Katarakt ist völlig schmerzfrei. Eine medikamentöse Therapie ist nicht bekannt.
Bei vollständiger Trübung der Linse bei sonst gesundem Auge kann eine Linsenextraktion (Staroperation) die Sehkraft wiederherstellen.
Da diese Abweichung in aller Regel keinerlei Krankheitswert für den Hund hat spricht nichts gegen eine Zuchtverwendung.
Sowohl ein dominanter Erbgang mit unterschiedlicher Penetranz als auch ein rezessiver Erbgang wurden in der Vergangenheit vermutet. Wahrscheinlich handelt es sich um ein komplexeres Geschehen, an dem mehrere Gene beteiligt sein könnten. Das oder die verantwortlichen Gene für den hinteren Polstar wurden bisher aber noch nicht gefunden.
Sowohl Animal Health Trust als auch Optigen versuchen dieses nach wie vor.
Deshalb werden weiter dringend Speichel- und/oder Blutproben von betroffenen Retrievern benötigt.

 

Generalisierte progressive Retinaatrophie oder Progressive Rod Cone Disease (GPRA oder PRCD)
Heute kommt beim Labrador fast ausschließlich diese Form des Netzhautschwundes vor. Die Netzhaut erscheint bei der Geburt normal und beginnt beim Labrador typischerweise in einem Alter von drei bis vier Jahren mehr oder weniger schnell zu degenerieren. Das Endstadium ist die völlige Erblindung. Katarakt kann eine Folge von PRA sein.
PRCD wird monogen autosomal rezessiv vererbt. Es steht der Gentest von Optigen zur Verfügung. Für eine verantwortungsvolle Zucht muss lediglich ein Partner frei von dieser Krankheit sein, so dass maximal Trägertiere, die niemals an PRCD erkranken, gezeugt werden können. Es spricht also auch nichts dagegen, betroffene Tiere zur Zucht zu verwenden, solange sie noch klinisch gesund sind.

 

Retinadysplasie (RD)
Diese embryonale Fehlentwicklung der Netzhaut ist schon bei der Geburt vorhanden und schreitet nicht fort. Die Abweichung ist schmerzlos und nicht therapierbar.
Sie kann von einzelnen Rosetten- und Faltenbildungen (lokale oder multifokale Form) ohne Auswirkungen über größere abgelöste Bezirke (geographische Form) mit Einschränkung des Sehvermögens bis zur totalen Ablösung der Netzhaut (totale Form der RD) in schweren Fällen variieren. Diese schwere Form (RD/OSD für oculoskeletal disease) mit vollständiger Blindheit kommt sehr selten vor und geht mit Skelettmissbildungen (Chondrodysplasie/Zwergwuchs) einher. Nur für diese schwere Form steht ein Gentest von Optigen zur Verfügung.

Obwohl aufgrund des Verteilungsmusters der Nachkommen aus einer Träger mal Trägerverpaarung ein monogen autosomal rezessiver Erbgang als gesichert angesehen werden kann, ist die RD/OSD-Mutation nicht einfach rezessiv, da auch die Träger Symptome einer Retinadysplasie aufweisen können (sogenannte unvollständige Expression oder dominanter Erbgang mit unterschiedlicher Penetranz oder Ausdruckskraft).

EIC – Exercise Induced Collapse

EIC – Exercise Induced Collapse

 

Erklärung

Die in unserer Datenbank verwendeten Abkürzungen lauten
EIC-N/N: Der Hund hat zwei unveränderte Kopien des verantwortlichen Gens. Der Hund ist nicht von EIC betroffen und kann die schädliche Mutation nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

EIC-N/m (Anlageträger): Der Hund hat eine mutierte und eine unveränderte Kopie des verantwortlichen Gens. Der Hund ist selbst nicht von EIC betroffen, er wird aber die schädliche Mutation an etwa 50% seiner Nachkommen weitergeben.

 

EIC-m/m (betroffen): Der Hund besitzt zwei mutierte Kopien des verantwortlichen Gens und ist selbst an EIC erkrankt. Der Hund wird eine Kopie des Gens mit der schädlichen Mutation an alle seine Nachkommen weitergeben.

HNPK – Hereditäre Nasale Parakeratose

HNPK – Hereditäre Nasale Parakeratose

 

Labrador Retriever können an der hereditären nasalen Parakeratose (HNPK) erkranken. HNPK-betroffene Hunde entwickeln Krusten und rissige Nasen im Alter von wenigen Monaten, aber sind sonst gesund. HNPK kann gegenwärtig nicht geheilt werden, aber mit einer symptomatischen Therapie können die Beschwerden des Hundes gemildert werden. Da der Erbgang für HNPK bekannt ist, kann diese Krankheit durch einfache züchterische Maßnahmen ausgeschlossen werden.

 

HNPK-N/N: Der Hund hat zwei unveränderte Kopien des verantwortlichen Gens. Der Hund ist nicht von HNPK betroffen und kann die schädliche Mutation nicht an die Nachkommen weitergeben.

 

HNPK-N/m (Anlageträger): Der Hund hat eine mutierte und eine unveränderte Kopie des verantwortlichen Gens. Der Hund ist selbst nicht von HNPK betroffen, er wird aber die schädliche Mutation an etwa 50% seiner Nachkommen weitergeben.

 

HNPK-m/m (betroffen): Der Hund besitzt zwei mutierte Kopien des verantwortlichen Gens und ist selbst an HNPK erkrankt. Der Hund wird eine Kopie des Gens mit der schädlichen Mutation an alle seine Nachkommen weitergeben.

Herzgesundheit bei Retrievern

Herzgesundheit bei Retrievern

 

Die große Mehrheit unserer Retriever ist zum Glück mit einem gesunden Herzen ausgestattet. Die Überprüfung der Herzfunktion erfolgt bereits in der 8. Lebenswoche. Zu dieser Zeit werden bei Welpen erste vorbeugende Impfungen gegen Infektionskrankheiten durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit findet eine allgemeine Untersuchung mit Auskultation (Abhorchen) der Herzgeräusche statt. Hierbei können bereits Abweichungen von der Norm festgestellt werden.

 

Später während des Wachstums kann der Hundehalter am Verhalten seines Junghundes eventuelle Abweichungen (schnelles Ermüden, länger anhaltende Atemnot) feststellen und abklären lassen.

Nach dem ersten Geburtstag werden die Junghunde in der Regel – zur Abklärung einer eventuellen Hüft- oder Ellbogendysplasie – geröntgt. Hierbei führt der Tierarzt vor Beginn einer Narkose / Sedierung eine gründliche Untersuchung der Herz- und Lungengeräusche durch, um eventuellen Narkose-Risiken vorzubeugen. Falls sich bei diesen Untersuchungen Abweichungen von normalen Befunden ergeben, empfiehlt der Tierarzt die Konsultation eines Herzspezialisten (Kardiologen).

 

Die für Herzkrankheiten spezialisierten Tierärzte haben einen Arbeitskreis gebildet – das Collegium Cardiologicum – und führen in diesem ihre Weiterbildungen und Prüfungen für Kollegen durch, die damit ihre Mitgliedschaft im CC erlangen.

 

Der DRC e. V. hält Kontakt mit dem CC, um in enger Abstimmung eventuell vermehrt auftretende Befunde abklären und weitere mögliche Maßnahmen ergreifen zu können.

Epilepsie beim Retriever

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